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Die Kulturjournalistin Emily Thomey wird mit uns im Rahmen des 104. Salon am 31. Oktober 2020 über eine der vielleicht wichtigsten Fragen im Leben sprechen – „Die Mutterschaftsfrage.

Selbst vor der wichtigsten Entscheidung ihres Lebens zu stehen – kinderreich oder kinderfrei? – hat Emily dazu inspiriert, ein beeindruckend persönliches und zugleich sachkundiges Radio-Feature zu dieser Frage zu entwickeln, das im Juni 2020 bei Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt wurde. Sie hat verschiedene Perspektiven und Gedanken zu dieser existenziellen Frage angehört und festgestellt, dass von Frauen bis heute oft selbstverständlich erwartet wird, Kinder bekommen zu wollen und das auch zu tun. Wer keine Kinder hat oder will, muss sich rechtfertigen, wird kritisch beäugt – oft bis ans Lebensende. Durch eine sehr fortschrittliche reproduktive Medizin scheint es kaum noch Hindernisse für einen Kinderwunsch zu geben. Dabei können viele Gründe dafür sprechen, kinderfrei leben zu wollen: Ein erfülltes Arbeitsleben, ein dichtes soziales Netz, übersteigerte Erwartungen an Mütter, Angst vor Armut – und für manche sogar der Umweltschutz.

In Reflexionen von Emily Thomeys Radio-Feature “Die Mutterschaftsfrage“ hat sich immer wieder gezeigt, dass es sich tatsächlich um eine „Elternschaftsfrage“ handelt, die keine rein private ist: Wir brauchen einen gesellschaftlichen Diskurs zu diesem Thema mit vielen Perspektiven. In diesem Sinne freue ich mich sehr auf das Salon-Gespräch und die Diskussion mit Emily Thomey und Euch!

Weiterführende Informationen über Emily Thomey und ihr Radio-Feature zur Mutterschaftsfrage:

Am 21. Oktober 2020 findet der 103. Salon statt mit der Galeristin Inga Kondeyne anlässlich des Jubiläums ihrer Galerie Inga Kondeyne – Raum für Zeichnung: Vor 40 Jahren gründete sie ihre Galerie mit dem Schwerpunkt Zeichnung in Ost-Berlin und feiert diesen Erfolg mit einer Jubiläums-Ausstellung. Im gemeinsamen Gespräch werden wir 4 Jahrzehnte Galeriearbeit Revue passieren lassen als erfahrungsreichen Weg mit ungezählten Ausstellungen bis zur heutigen Zeichnungsgalerie in Berlin-Charlottenburg:

Mitte der 80er Jahre in der Zeit der Galerie Rotunde im Alten Museum geriet Inga Kondeyne in den Bann des Mediums Zeichnung durch die Kunst ihrer Generation, die – als Reaktion auf die Haltungen der sogenannten Ostberliner Malerschule – zunehmend mit abstrakten Formen auf Papier experimentierte. Nur drei Monate nach dem 9. November 1989 wurde sie als Kunsthistorikerin Teil der großartigen Ausstellung in Paris in der Grand Halle de la Vilette: L’autre Allemagne hors les murs. Bald darauf eröffnete sie in den Hackeschen Höfen eine neue Galerie in Zusammenarbeit mit dem Galeristen Rainer Borgemeister.

Nach vielen Jahren in der Linienstraße ist die Galerie Inga Kondeyne seit inzwischen 10 Jahren in der Nähe des Savignyplatzes in Berlin-Charlottenburg beheimatet und arbeitet dort mit Cornelia Wichtendahl zusammen als enge Mitstreiterin in Sachen Papierarbeiten.

Kennenlernen durfte ich Inga Kondeyne bereits vor vielen Jahren durch die Künstlerin Christiane Schlosser. Und freue mich nun sehr auf unseren gemeinsamen Galeriebesuch und unser Gespräch.

Weiterführende Informationen über Inga Kondeyne und ihre Galerie:

Der Pianist und Musikwissenschaftler Jascha Nemtsov spricht mit uns im Rahmen des 102. Salons am 12. Oktober 2020 über jüdisches Leben in Deutschland.

Jascha Nemtsov ist Mitglied des Instituts für jüdische Theologie an der Universität Potsdam und Professor für Geschichte der jüdischen Musik an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar. Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich auf jüdische Musik und Komponisten im 20. Jahrhundert.

Das Berliner Kulturleben bereichern er und seine Frau, die Komponistin Sarah Nemtsov, in ihrem „Raum für Kunst und Diskurs“ in Charlottenburg mit Konzerten, Vorträgen und Kunstausstellungen.

Weiterführende Informationen über Jascha Nemtsov:

Am Samstag, den 15. August 2020 feiern wir unser diesjähriges Salon-Sommerfest. Wie immer sind wir zu meiner Freude zu Gast bei dem Kunst- und Architekturhistoriker Jan Maruhn in Berlin-Zehlendorf.

Da wir unsere bisherigen 9 Sommerfeste bei strahlendem Sonnenschein genießen konnten, gehe ich einfach ganz fest davon aus, dass auch das Wetter seine Tradition fortsetzt und uns die Möglichkeit gibt, im Garten und auf der Terrasse „physical distancing“ mit „social closeness“ zu verbinden.

Die allgemeine Verlangsamung dieses ungewöhnlichen Jahres hat mich inspiriert, mir eine Salon-Pause zu gönnen, und die Muße war fruchtbar: Meine Salonièren-Kollegin Ulrike Eichhorn (Architektur-Salon EditionEichhorn) und ich haben in den vergangenen Wochen in schönen Gesprächen reflektiert, wie der Umgang mit Covid-19 uns einmal mehr vor Augen führt, dass das Sterben und der Tod in unserer westlichen Gesellschaft seltsam tabuisiert sind – obwohl es uns alle betrifft und die Verdrängung den Tod nicht wird besiegen können. Umgekehrt kann sich das Leben dadurch lebendiger anfühlen, sich bewusst mit dem Tod auseinanderzusetzen.

Deshalb initiieren Ulrike und ich in Kooperation eine Salonreihe zu dem facettenreichen und erstaunlich lebendigen Themenfeld „Tod und Sterben“ und füllen zugleich das 2019 gegründete Netzwerk „Salon ohne Grenzen“ mit Leben, mit dem wir idealerweise europaweit SalongastgeberInnen miteinander vernetzten wollen, um uns auszutauschen und gemeinsam Themen auf die Agenda zu setzen.

Für den Auftakt unserer Salonreihe konnten wir zu unserer Freude den Berliner Bestatter und Buchautor Eric Wrede gewinnen, der am Freitag, den 14. August 2020 mit uns die Frage „Haben wir eine Trauer- und Bestattungskultur?“ diskutieren wird.

Eric Wrede hat vor einigen Jahren das Berliner Bestattungsunternehmen „Lebensnah“ gegründet. Er ist aus seinem alten Beruf in der Musikindustrie ausgestiegen, um seine Idee von einem persönlichen Bestattungsinstitut umzusetzen. 2018 erschien sein Buch „The End. Das Buch vom Tod“ bei Random House, das wir als Annäherung an das Thema sehr empfehlen.

Weitere Informationen zu Eric Wrede:

Am Samstag, den 18. April 2020 spricht Albrecht Vorster mit uns im Rahmen unseres 1. virtuellen Salonline-Abend über das Thema Schlaf.

Da ich mich als Nachteule schon längere Zeit mit der gesellschaftspolitischen Dimension dieses auf den ersten Blick vermeintlich eher privaten Themas beschäftige, war es mir eine Freude, Albrecht im vergangenen Herbst begegnet zu sein und sein Buch „Warum wir schlafen“ zu entdecken (2019 bei Heyne erschienen).

Immerhin rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir mit Schlafen. Und Albrecht geht in seiner Forschung den spannenden Fragen auf den Grund, warum wir überhaupt schlafen müssen, was Schlafmangel mit uns macht und wie er unsere Lernfähigkeit beeinflusst. Warum wir träumen, was gegen Schnarchen hilft oder welchen Einfluss der Mond auf unseren Schlaf hat.
Momentan forscht er am Inselspital in Bern an Möglichkeiten, den Schlaf von Krankenhauspatienten zu verbessern – und damit auch ihre Genesung.

Ich war während der Lektüre und der Gespräche mit Albrecht erstaunt, wie viel es mit Blick auf einen so wichtigen Teil unseres Lebens nach wie vor zu erforschen und verstehen gibt. Und fühle mich privilegiert, dass wir Einblicke in seine Erkenntnisse gewinnen können.

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Weitere Informationen zu Albrecht Vorster und seinem Buch

Am Samstag, den 7. März feiern wir den 100. Salon! Dieses Jubiläum nehme ich zum Anlass, die Salonkultur von 1800 bis zur Gegenwart zu betrachten, und bin sehr glücklich, gemeinsam mit Elke Jeanrond-Premauer und Hannah Lotte Lund den Bogen über die Jahrhunderte spannen zu können:

Elke Jeanrond-Premauer hat mit ihren „Denkwochen“ im französischen Château d’Orion vor nunmehr 15 Jahren „Salons auf Zeit“ ins Leben gerufen mit dem Anspruch, Menschen mit den wesentlichen Fragen in Berührung zu bringen, zu denen sie im Alltag selten kommen. Durch dieses gemeinsame Bestreben hat das Leben uns zusammengeführt und unsere wunderbare Freundschaft begründet.

Wir zeitgenössischen Salonièren nehmen gerne Bezug auf historische Gesprächskreise. Doch wie die Geselligkeit um 1800 tatsächlich aussah jenseits vieler Mythen, könnte niemand besser vermitteln als meine Freundin Hannah Lotte Lund, die über den Berliner „Jüdischen Salon“ um 1800 promoviert hat und zu geselligen und intellektuellen Netzwerken des 18. und 19. Jahrhunderts forscht. Ganz nebenbei leitet sie als Direktorin das Kleist-Museum in Frankfurt (Oder).

Vor einiger Zeit haben Elke, Hannah Lotte und ich eine Denkwoche zum Thema „Geist und Geselligkeit“ gestaltet und mit unseren Gästen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede heutiger und historischer Salons diskutiert. Viele neue Fragen haben sich daraus ergeben, und wir freuen uns sehr darauf, gemeinsam mit Euch über die Bedeutung von Salons zu sprechen.
Als Moderator konnte ich zu meiner Freude Lars Bösel gewinnen, der uns bereits anlässlich des „Mauerfall-Salons“ wunderbar durch den Abend geführt hat.

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2018 im Château d’Orion mit Hannah Lotte und Elke

Weitere Informationen zu Elke Jeanrond-Premauer, Hannah Lotte Lund und Lars Bösel:

Andreas Fuls ist die Lösung eines minoischen Rätsels gelungen mit seiner Entzifferung der Phaistos-Scheibe, einer kretischen Hieroglyphen-Inschrift aus der Bronzezeit. Im Salon wird er am 22. Februar im Rahmen des 99. Salons seine Erkenntnisse mit uns teilen und verraten, wie ihm die Entzifferung methodisch gelungen ist.

Die minoische Kultur auf Kreta existierte um 2100-1420 v. Chr. und hinterließ hunderte von Inschriften auf Siegeln, Versiegelungen und anderen Artefakten. Die bekannteste Inschrift unter ihnen findet sich auf der Phaistos-Scheibe, einer kleinen Tonscheibe mit eingeprägten Zeichen auf beiden Seiten. Nachdem bisherige Forschungen zur Phaistos-Scheibe gescheitert waren, ist Andreas Fuls mit der erfolgreichen Entzifferung durch mathematische und statistische Methoden ein wichtiger Meilenstein für ein besseres Verständnis der minoischen Sprache und Kultur gelungen.

85% der Zeichen auf der Scheibe von Phaistos können nun mit hoher Sicherheit gelesen werden. Die entdeckten Lautwerte und Bedeutungen aller Zeichen wurden mit anderen Hieroglypheninschriften aus Kreta verglichen, was zu der Erkenntnis führte, dass die Phaistos-Scheibe sowohl zum Schriftsystem der kretischen als auch der luwischen Hieroglyphen gehört und die Texte in luwischer Sprache geschrieben sind. Die Scheibe von Phaistos und andere kretisch-luwische Hieroglypheninschriften können daher einem einheitlichen Sprachraum zugeordnet werden, der sich in der ägäischen Bronzezeit von Kreta bis Westanatolien erstreckte.

Ich freue mich schon sehr auf das Gespräch mit Andreas und Euch über diese Entdeckung!

Weitere Informationen über Andreas Fuls und die Enzifferung der Phaistos-Scheibe:

 

Ralph Gleis, Leiter der Alten Nationalgalerie Berlin, wird uns im Rahmen des 98. Salons am Mittwoch, den 5. Februar 2020durch die von Yvette Deseyve kuratierte Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“ führen.
Mir liegt die Sichtbarkeit großartiger Künstlerinnen sehr am Herzen, bei denen es keinesfalls an mangelnder Qualität und Strahlkraft ihres Werks liegt, vergleichsweise selten ausgestellt zu werden. So freut es mich, nach Salon-Führungen durch die Lotte Laserstein- und die Lee Krasner-Ausstellung in der Nationalgalerie anknüpfen und weitere in Vergessenheit geratene Künstlerinnen entdecken zu können:

Vor genau 100 Jahren konnten die ersten Frauen ihr reguläres Kunststudium an der Berliner Kunstakademie aufnehmen. Die Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“ nimmt dies zum Anlass, die Werke von Malerinnen und Bildhauerinnen in den Blick zu nehmen, die es trotz aller Widrigkeiten in die Kunstöffentlichkeit geschafft und Eingang in die Sammlung der Nationalgalerie gefunden haben.

Gelang zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch einigen wenigen Frauen eine exzeptionelle Karriere innerhalb eines vorwiegend männlichen Kunstbetriebs, so verschärften sich die Restriktionen für Künstlerinnen ab der Jahrhundertmitte. Der Zugang zu Kunstakademien, Stipendiensystemen und wichtigen Auftragsarbeiten wurde ihnen verwehrt. In ihrem „Kampf um Sichtbarkeit“ engagierten sie sich in künstlerischen Vereinigungen, erkämpften sich Ausstellungsmöglichkeiten und zunehmend auch die Aufmerksamkeit wichtiger Förderer sowie die damit verbundenen prestigeträchtigen Aufträge und Ankäufe.

Die Ausstellung zeigt über 60 malerische und bildhauerische Werke von Künstlerinnen aus 140 Schaffensjahren, die alle vor 1919 entstanden sind. Einige davon sind seit Jahrzehnten Bestandteil der Dauerausstellung wie die Gemälde von Caroline Bardua, Elisabeth Jerichau-Baumann oder Sabine Lepsius. Andere werden nach langen Jahren im Depot erneut in der Alten Nationalgalerie zu sehen sein, darunter Arbeiten der Porträt- und Historienmalerinnen Friederike O’Connell oder Paula Monjé. Ein großer Teil wurde noch nie in den Räumen auf der Museumsinsel präsentiert. Zahlreiche einst erfolgreiche Künstlerinnen sind im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten, wie die norwegische Bildhauerin Ambrosia Tønnesen, die auch in den USA erfolgreiche Salonmalerin Vilma Parlaghy oder die russische Avantgarde-Pionierin Natalija Gončarova. In ihrer Vielfalt leisteten die Künstlerinnen einen wesentlichen Beitrag zum Kunstgeschehen ihrer Zeit.

csm_19_SMB_1019_ANG_Kuenstlerinnen_Lepsius_Selbstbildnis_1_xl_01041d816eSabine Lepsius, Selbstbildnis, Detail, 1885 © Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders

Weitere Informationen über die Ausstellung, Ralph Gleis und Yvette Desyve:

Im Rahmen unseres 97. Salons am Montag, den 20 Januar 2020 wird Brigadegeneral Gerhard Klaffus uns Einblicke in die Lage im Norden Afghanistans geben, wo er von August 2018 bis August 2019 in Masar-i Scharif als Kontingentführer des deutschen Einsatzkontingents und Kommandeur des Train Advise and Assist Command North der NATO Mission Resolute Support eingesetzt war.

Die Bundeswehr und andere internationale Truppen sind inzwischen seit annähernd 20 Jahren in Afghanistan im Einsatz, was immer wieder kontrovers diskutiert wird. Dementsprechend schätze ich die Möglichkeit sehr, uns im Salon persönlich mit Gerhard Klaffus darüber austauschen zu können und durch ihn aus erster Hand von der Situation vor Ort erfahren zu können.

Vor seinem Einsatz in Afghanistan war Gerhard Klaffus von 2015 bis 2018 Verbindungsoffizier bei den Bundespräsidenten Joachim Gauck und Frank-Walter Steinmeier. Im Jahr 2020 wird er an die Deutsche Botschaft in Paris wechseln.

Weitere Informationen über Gerhard Klaffus:

Gerhard Klaffus