Feeds:
Beiträge
Kommentare

Unser 96. Salon am Samstag, den 11. Januar 2020 führt uns nach Frankfurt am Main zu einer Führung durch die Ausstellung zum Werk Lee Krasners – der Pionierin des abstrakten Expressionismus. 

Es ist kaum zu glauben, dass 50 Jahre vergehen mussten, bis das Werk Lee Krasners nun wieder in einer Retrospektive in Europa zu sehen ist. Tief beeindruckt bin ich von den Arbeiten dieser mir bis dahin unbekannten Künstlerin, die lange Zeit im Schatten ihres Ehemanns Jackson Pollock stand und als eine der unbeirrbarsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts gilt. Anders als andere Künstler ihrer Zeit, die ebenfalls ungegenständlich malten, entwickelte Krasner bewusst nie einen „signature style“, sondern folgte dem Anspruch, ihre Bildsprache immer wieder neu zu erfinden.

Neben ihren farbgewaltigen großen Leinwänden sind ihre zarten Gouachen eine besondere Entdeckung für mich.

Lee Krasner, Combat, 1965, 179 × 410,4 cm, National Gallery of Victoria, Melbourne, Felton Bequest, 1992 (IC1-1992). © VG Bild-Kunst Bonn, 2018 & The Pollock-Krasner Foundation/ ARS, New York. Licensed by Copyright Agency, 2018 (Kunsthalle Schirn, Frankfurt am Main).

 

Weitere Informationen über Lee Krasner:
Lee Krasner in der Schirn Frankfurt

 

Der Politikwissenschaftler und Historiker Götz Aly spricht mit uns im Rahmen des 95. Salons am 11. Dezember 2019 über den zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Essayisten Siegfried Lichtenstaedter, dessen wichtigste Texte Götz Aly mit begleitenden Essays herausgegeben hat (S. Fischer, 2019):

»Als aktiver Beamter, noch dazu Jude« veröffentlichte Lichtenstaedter (1865-1942) seine mit jüdischem Witz verfeinerten Geschichten und Prognosen unter Pseudonymen. Früh erkannte er die Gefahren des leisen, jedoch hinterhältigen deutschen Antisemitismus und des allgemeinen, oft unvermutet hervorbrechenden Minderheitenhasses.

Heute drängen lange verdeckte ethnische und religiöse Konflikte wieder auf die politische Tagesordnung, was Götz Aly motivierte, wichtige Essays Lichtenstaedters auszuwählen und wieder zugänglich zu machen. Denn sie lesen sich, als seien sie gestern für uns Heutige geschrieben.

Weitere Informationen über Götz Aly und sein aktuelles Buch:

am 9. November 2019 werden exakt 30 Jahre seit dem Berliner Mauerfall vergangen sein. Wir nehmen dieses denkwürdige Datum zum Anlass, uns im Rahmen des 94. Salons in einer sehr interessanten Runde aus verschiedenen Perspektiven an die Ereignisse des 9. November 1989 zu erinnern:

Christa Stark war damals in Ost-Berlin parteilos tätig in der zentralen Verwaltung der Deutschen Reichsbahn im Ministerium für Verkehrswesen und engagiert in der evangelischen Kirche. Nur wenige Straßen entfernt setzte sich der Autor Olaf Georg Klein, Waffendienstverweigerer und lange engagiert in der Friedensbewegung, im Sprecherrat des „Neuen Forum“ aktiv für politische Veränderungen ein. Lars Bösel war damals als junger Berufstätiger in seiner Gemeinde in Oberschöneweide um den Pfarrer Erich Busse aktiv – auf der Suche, Wege zur Reformierung der DDR zu finden. Geografisch weit entfernt im Bonner Ministerium für Wirtschaft war Max Dehmel, zugleich den Geschehnissen aber auch sehr nah aufgrund seiner engen Vernetzung nach Ost-Berlin seit seiner Zeit als Leiter der Wirtschaftsabteilung in der „Ständigen Vertretung der Bundesrepublik bei der DDR“ von 1979-84.

Unser Vorgespräch zu diesem Salonabend war sehr anregend aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven und zugleich vielfältigen Verbindungslinien zwischen Christa Stark, Max Dehmel, Olaf Georg Klein und Lars Bösel, obwohl die vier sich damals noch nicht persönlich kannten und erst Jahrzehnte später im Salon begegnet sind.

Wir freuen uns gemeinsam sehr auf das Salongespräch zum Mauerfall am 9. November und sind gespannt auf Eure persönlichen Erinnerungen an die damaligen politischen Ereignisse! Vielleicht hat der eine oder andere ja auch Tagebuchaufzeichnungen aus der Zeit. Denn entstanden ist die Idee zu diesem Salon aus dem Abend zum Thema „Tagebuchschreiben“ mit Olaf im Juni.

Weitere Informationen zu Christa Stark, Lars Bösel, Max Dehmel und Olaf Georg Klein:

Hans-Peter Zorn, verantwortlich für Machine Perception & Artificial Intelligence bei dem IT-Dienstleister inovex, wird mit uns im Rahmen des 93. Salons am Samstag, den 26. Oktober 2019 in Düsseldorf die spannende Frage diskutieren: Wie intelligent ist künstliche Intelligenz wirklich?

Die öffentliche Debatte rund um dieses Thema bewegt sich zwischen Extremen – von der Schreckens-Vision, zukünftig als Menschen von Maschinen mit entwickeltem Bewusstsein beherrscht zu werden bis zu euphorischen Szenarien einer besseren Welt durch die Lösung vieler heutiger Probleme Dank uns überlegener Maschinen-Intelligenz. Wie kommt es zu so unterschiedlichen Perspektiven? Wie ist die Faktenlage? Und noch grundlegender: Wie definiert sich künstliche Intelligenz? Wovon sprechen wir eigentlich?

Ich weiß die Chance sehr zu schätzen, mit Hans-Peter Zorn als Entwickler über diese Fragen sprechen zu können, und freue mich sehr auf die Diskussion.

Weitere Informationen zu Hans-Peter Zorn:

Das Bauhaus feiert dieses Jahr seinen 100. Geburtstag, und zu meiner großen Freude sind wir eingeladen nach Weimar, der Wiege des Bauhauses: Die Kunst- und Architekturhistorikerin Dr. Anke Blümm führt uns exklusiv durch das neueröffnete Bauhaus Museum und das Haus Am Horn, eine Architektur-Ikone aus Zeiten der Bauhaus-Gründung. Im Rahmen unserer Salon-Exkursion am 14./15. September 2019 haben wir außerdem die Gelegenheit, die Ausstellung „Van de Velde, Nietzsche und die Moderne um 1900“ im Neuen Museum Weimar zu sehen, die den Weg zur Bauhausgründung vor 100 Jahren erlebbar macht.

Ich bin bereits bei meinem Weimar-Besuch im Juni in den Genuss gekommen, durch Anke Einblicke in die neuen Präsentationen zur Feier des Bauhaus-Jubiläums zu gewinnen und gute Gespräche über den heutigen Blick auf das Bauhaus zu führen. Als Essenz habe ich mitgenommen: Das Bauhaus hat nach wie vor zu Recht eine ungebrochene Strahlkraft, gerade deshalb wird es allerdings auch häufig zur Projektionsfläche, und kritische Aspekte kommen in der Rezeption teilweise zu kurz.

Umso mehr freue ich mich darauf, mit Ihnen und Euch gemeinsam den immer wieder bereichernden Austausch mit Anke in Weimar fortsetzen und vertiefen zu können!

Weitere Informationen zum Bauhaus-Jubiläum in Weimar:

Cristian Dodita wird mit uns im Rahmen unseres 92. Salons am Freitag, den 6. September 2019 in Berlin über das Konzept der Bedarfswirtschaft diskutieren. Der Kerngedanke ist, im Einklang mit unserer Umwelt zu leben, indem wir nur das verbrauchen, was tatsächlich gebraucht wird.

Über die Folgen unseres auf Wachstum basierten Handelns wird viel diskutiert, und es gibt diverse Ideen und Ansätze, mit unseren Ressourcen in einer zukunftsträchtigeren Weise umzugehen. Cristian Dodita hat es gewagt, noch radikaler zu denken und das zugrunde liegende Prinzip der Art und Weise unseres Wirtschaftens in Frage zu stellen. Entstanden ist daraus sein Konzept zur Bedarfswirtschaft.

Er sieht es als unvermeidlich an, das Wirtschaften vom Zwang des Verkaufs zu befreien und (wieder) auf das Abdecken des tatsächlichen Bedarfs für das Leben zu konzentrieren, wenn wir auf einem gesunden Planeten in relativer Sicherheit überleben wollen. Das Recht zu leben sieht er als ein implizites Recht eines jeden Lebewesens und nicht als ein Recht, das sich ein Lebewesen „verdienen“ muss: „Das Leben bekommen wir geschenkt, und deswegen sollten auch wir uns in unserem Handeln auf das gegenseitige Schenken konzentrieren und miteinander und mit unserer Umwelt solidarisch und in Kooperation leben.“

Weitere Informationen zu Cristian Dodita und seinen Gedanken zur Bedarfswirtschaft:

Die Designer*innen Merle und Till Richter geben uns im Rahmen unseres 91. Salon am Samstag, den 10. August 2019 in Berlin Einblicke in ihr 2018 gegründetes Mode- und Interior Design-Label Sammlung Walter.

Was mich besonders anspricht: Jedes von ihnen gestaltete Produkt wird in drei Varianten entwickelt – DIY, Industrial und Craft. Leitgedanken sind klares Design, praktische Produktionsmethoden, höchste Ansprüche mit Blick auf die Qualität der Entwürfe und sinnvolle Materialien.

Die Craft-Editionen sind jeweils individuell angefertigte Einzelstücke. Der Fokus liegt auf Sorgfalt, Details und handwerklichem Können.

Die industriell hergestellten Produkt-Varianten basieren auf den Vorteilen der seriellen Reproduktion. Einfachheit und Klarheit sind prägende Gestaltungsformen für den Herstellungsprozess.

Und mit den DIY-Varianten wollen Merle und Till ihre Produkte nicht nur in Form von Anleitungen zugänglich machen, sondern auch das Wissen zu Produktion und Herstellung mit anderen teilen.

Die beiden werden uns auch Einblicke in einzelne Produktionsmethoden geben – beispielsweise das Stricken von Textilien. Das inspirierte mich, uns für diesen Salonabend an einem Ort der Produktion zu treffen, und ich freue mich sehr, dass Jan Maruhn uns in der von ihm geleiteten Bildhauerwerkstatt in Berlin-Wedding empfangen wird.

Weitere Informationen zur Sammlung Walter und Merle und Till Richter: