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Cornelia Weltzien wird im Rahmen meines 107. Salons am Samstag, den 30. Januar 2021 zum Thema Künstliche Intelligenz und Digitalisierung in der Landwirtschaft sprechen:

Die Technik in den Dienst von Mensch und Natur zu stellen, ist für Cornelia Weltzien zur Lebensaufgabe geworden. Sie setzt sich dafür ein, eine umweltschonende und nachhaltige Landwirtschaft durch den Einsatz von Technologien zu ermöglichen – „precision farming“ genannt. 

Cornelia Weltzien hat als Leiterin des Fachgebiets Agromechatronik an der Technischen Universität eine Professur inne und ist Abteilungsleiterin Technik im Pflanzenbau am Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie in Potsdam.

Weitere Informationen zu Nele Weltzien

In diesem Jahr fühle ich eine besondere Verantwortung als Salonière, weiterhin Weiterbildung zu ermöglichen und gleichermaßen den Schutz der Gesundheit zu gewährleisten. Daher ist es mir eine besondere Freude, nach vielen Recherchen und langen Vorbereitungen zu meinem 106. Salon am Montag, den 23. November 2020 einladen zu dürfen: Die Forschungsgruppe Paul Celan um Beate Krützkamp und Marija Ptok präsentiert anlässlich Paul Celans 100. Geburtstag „Wahr spricht, wer Schatten spricht.“:

Paul Celan (1920-1970), Sohn jüdischer Eltern aus der Bukowina, ist einer der wichtigsten Dichter der deutschsprachigen Exillyrik. Er konnte Sprache ‚kristallisieren‘. In Form, Bild, Laut und Rhythmus gelingen ihm Kompositionen, die zeitlos und doch gegenwärtig sind. Zeitlos – weil er die Tore „jenseits der Menschen“ mit seiner Sprache öffnen konnte. Gegenwärtig – denn seine Dichtung ist aus leidvollen Erfahrungen entstanden, und diesen „Schatten“ bewahren seine Gedichte.

Das Besondere beim Sprechen seiner Lyrik ist, dass im Zwischenraum, im Unsagbaren der Gedanke lebt wie die Stille von Ton zu Ton in der Musik. Celans Lyrik braucht den Zuhörer, sie will Atem sein und werden: – „Atemwende“.

In Erinnerung an seinen 100.sten Geburtstag am 23. November 1920 werden Beate Krützkamp und Marija Ptok Gedichte von ihm vorstellen, biographische Stationen beschreiben und Auszüge aus den Briefwechseln mit den Dichterinnen Ingeborg Bachmann, Ilana Shmueli und seiner Frau, der Zeichnerin und Grafikerin Gisèle Lestrange lesen.

Ein Schwerpunkt ihrer forscherischen Auseinandersetzung mit Paul Celan sind auch die Anfeindungen, die er ab 1947 erfahren musste, und das Unverständnis, das selbst Literatenfreunde ihm entgegenbrachten, sowie seine letzte Reise nach Israel.

Der heimatlose Dichter Paul Celan fand seine Heimat im Wort. 

Gisele Celan-Lestrange, Atemkristall, 1965

Weitere Informationen zu Beate Krützkamp und Marija Ptok

Im Rahmen unseres 105. Salons am Freitag, den 6. November 2020 empfängt Seyran Ateş uns in ihrer Ibn Rushd-Goethe Moschee und lädt uns ein, zum anschließenden Freitagsgebet zu verweilen.

Seyran träumte seit vielen Jahren von einer Moschee, in der alle Menschen zusammenkommen, die sich für den Islam interessieren oder daran glauben. Eine Moschee, in der es keine Geschlechterapartheid gibt und Männer und Frauen gemeinsam in einem schönen Raum beten können.

2017 hat Seyran Ateş diesen Traum trotz massiver Widerstände aus konservativen Reihen in die Realität umgesetzt und in Berlin die Ibn Rushd-Goethe Moschee gegründet, die einen progressiven, zeitgemäßen Islam vertritt, der mit Demokratie und Menschenrechten vereinbar ist.

Gelebt wird dort ein Islam, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Weibliche Vorbeterinnen sind genauso willkommen wie homosexuelle Imame und sämtliche Glaubensrichtungen: Sunniten, Schiiten, Sufis und Aleviten, Juden und Christen. Wie überhaupt alle Menschen, die einen Ort suchen, an dem Spiritualität und offene Gespräche im Sinne der Aufklärung gelebt werden.

Im Januar hatte ich die Gelegenheit, diesen besonderen Ort erleben zu dürfen, der selbst für Berliner Verhältnisse durch eine große Diversität und Offenheit inspiriert. Und nun freue ich mich sehr, mit Euch gemeinsam Seyrans Einladung zu folgen! 

Weitere Informationen zu Seyran Ateş und ihrer Ibn Rushd-Goethe Moschee:

Die Ibn Rushd-Goethe Moschee gGmbH ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich ausschließlich über Spenden. Seyran würde sich sehr über die Unterstützung ihres Projekts freuen.

Berliner Sparkasse, IBAN: DE85 1005 0000 0190 6299 08, BIC: BELADEBEXXX

Oder über das Spendenformular.

Die Kulturjournalistin Emily Thomey wird mit uns im Rahmen des 104. Salon am 31. Oktober 2020 über eine der vielleicht wichtigsten Fragen im Leben sprechen – „Die Mutterschaftsfrage.

Selbst vor der wichtigsten Entscheidung ihres Lebens zu stehen – kinderreich oder kinderfrei? – hat Emily dazu inspiriert, ein beeindruckend persönliches und zugleich sachkundiges Radio-Feature zu dieser Frage zu entwickeln, das im Juni 2020 bei Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt wurde. Sie hat verschiedene Perspektiven und Gedanken zu dieser existenziellen Frage angehört und festgestellt, dass von Frauen bis heute oft selbstverständlich erwartet wird, Kinder bekommen zu wollen und das auch zu tun. Wer keine Kinder hat oder will, muss sich rechtfertigen, wird kritisch beäugt – oft bis ans Lebensende. Durch eine sehr fortschrittliche reproduktive Medizin scheint es kaum noch Hindernisse für einen Kinderwunsch zu geben. Dabei können viele Gründe dafür sprechen, kinderfrei leben zu wollen: Ein erfülltes Arbeitsleben, ein dichtes soziales Netz, übersteigerte Erwartungen an Mütter, Angst vor Armut – und für manche sogar der Umweltschutz.

In Reflexionen von Emily Thomeys Radio-Feature “Die Mutterschaftsfrage“ hat sich immer wieder gezeigt, dass es sich tatsächlich um eine „Elternschaftsfrage“ handelt, die keine rein private ist: Wir brauchen einen gesellschaftlichen Diskurs zu diesem Thema mit vielen Perspektiven. In diesem Sinne freue ich mich sehr auf das Salon-Gespräch und die Diskussion mit Emily Thomey und Euch!

Weiterführende Informationen über Emily Thomey und ihr Radio-Feature zur Mutterschaftsfrage:

Am 21. Oktober 2020 findet der 103. Salon statt mit der Galeristin Inga Kondeyne anlässlich des Jubiläums ihrer Galerie Inga Kondeyne – Raum für Zeichnung: Vor 40 Jahren gründete sie ihre Galerie mit dem Schwerpunkt Zeichnung in Ost-Berlin und feiert diesen Erfolg mit einer Jubiläums-Ausstellung. Im gemeinsamen Gespräch werden wir 4 Jahrzehnte Galeriearbeit Revue passieren lassen als erfahrungsreichen Weg mit ungezählten Ausstellungen bis zur heutigen Zeichnungsgalerie in Berlin-Charlottenburg:

Mitte der 80er Jahre in der Zeit der Galerie Rotunde im Alten Museum geriet Inga Kondeyne in den Bann des Mediums Zeichnung durch die Kunst ihrer Generation, die – als Reaktion auf die Haltungen der sogenannten Ostberliner Malerschule – zunehmend mit abstrakten Formen auf Papier experimentierte. Nur drei Monate nach dem 9. November 1989 wurde sie als Kunsthistorikerin Teil der großartigen Ausstellung in Paris in der Grand Halle de la Vilette: L’autre Allemagne hors les murs. Bald darauf eröffnete sie in den Hackeschen Höfen eine neue Galerie in Zusammenarbeit mit dem Galeristen Rainer Borgemeister.

Nach vielen Jahren in der Linienstraße ist die Galerie Inga Kondeyne seit inzwischen 10 Jahren in der Nähe des Savignyplatzes in Berlin-Charlottenburg beheimatet und arbeitet dort mit Cornelia Wichtendahl zusammen als enge Mitstreiterin in Sachen Papierarbeiten.

Kennenlernen durfte ich Inga Kondeyne bereits vor vielen Jahren durch die Künstlerin Christiane Schlosser. Und freue mich nun sehr auf unseren gemeinsamen Galeriebesuch und unser Gespräch.

Weiterführende Informationen über Inga Kondeyne und ihre Galerie:

Der Pianist und Musikwissenschaftler Jascha Nemtsov spricht mit uns im Rahmen des 102. Salons am 12. Oktober 2020 über jüdisches Leben in Deutschland.

Jascha Nemtsov ist Mitglied des Instituts für jüdische Theologie an der Universität Potsdam und Professor für Geschichte der jüdischen Musik an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar. Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich auf jüdische Musik und Komponisten im 20. Jahrhundert.

Das Berliner Kulturleben bereichern er und seine Frau, die Komponistin Sarah Nemtsov, in ihrem „Raum für Kunst und Diskurs“ in Charlottenburg mit Konzerten, Vorträgen und Kunstausstellungen.

Weiterführende Informationen über Jascha Nemtsov:

Am Samstag, den 15. August 2020 feiern wir unser diesjähriges Salon-Sommerfest. Wie immer sind wir zu meiner Freude zu Gast bei dem Kunst- und Architekturhistoriker Jan Maruhn in Berlin-Zehlendorf.

Da wir unsere bisherigen 9 Sommerfeste bei strahlendem Sonnenschein genießen konnten, gehe ich einfach ganz fest davon aus, dass auch das Wetter seine Tradition fortsetzt und uns die Möglichkeit gibt, im Garten und auf der Terrasse „physical distancing“ mit „social closeness“ zu verbinden.

Die allgemeine Verlangsamung dieses ungewöhnlichen Jahres hat mich inspiriert, mir eine Salon-Pause zu gönnen, und die Muße war fruchtbar: Meine Salonièren-Kollegin Ulrike Eichhorn (Architektur-Salon EditionEichhorn) und ich haben in den vergangenen Wochen in schönen Gesprächen reflektiert, wie der Umgang mit Covid-19 uns einmal mehr vor Augen führt, dass das Sterben und der Tod in unserer westlichen Gesellschaft seltsam tabuisiert sind – obwohl es uns alle betrifft und die Verdrängung den Tod nicht wird besiegen können. Umgekehrt kann sich das Leben dadurch lebendiger anfühlen, sich bewusst mit dem Tod auseinanderzusetzen.

Deshalb initiieren Ulrike und ich in Kooperation eine Salonreihe zu dem facettenreichen und erstaunlich lebendigen Themenfeld „Tod und Sterben“ und füllen zugleich das 2019 gegründete Netzwerk „Salon ohne Grenzen“ mit Leben, mit dem wir idealerweise europaweit SalongastgeberInnen miteinander vernetzten wollen, um uns auszutauschen und gemeinsam Themen auf die Agenda zu setzen.

Für den Auftakt unserer Salonreihe konnten wir zu unserer Freude den Berliner Bestatter und Buchautor Eric Wrede gewinnen, der am Freitag, den 14. August 2020 mit uns die Frage „Haben wir eine Trauer- und Bestattungskultur?“ diskutieren wird.

Eric Wrede hat vor einigen Jahren das Berliner Bestattungsunternehmen „Lebensnah“ gegründet. Er ist aus seinem alten Beruf in der Musikindustrie ausgestiegen, um seine Idee von einem persönlichen Bestattungsinstitut umzusetzen. 2018 erschien sein Buch „The End. Das Buch vom Tod“ bei Random House, das wir als Annäherung an das Thema sehr empfehlen.

Weitere Informationen zu Eric Wrede:

Am Samstag, den 18. April 2020 spricht Albrecht Vorster mit uns im Rahmen unseres 1. virtuellen Salonline-Abend über das Thema Schlaf.

Da ich mich als Nachteule schon längere Zeit mit der gesellschaftspolitischen Dimension dieses auf den ersten Blick vermeintlich eher privaten Themas beschäftige, war es mir eine Freude, Albrecht im vergangenen Herbst begegnet zu sein und sein Buch „Warum wir schlafen“ zu entdecken (2019 bei Heyne erschienen).

Immerhin rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir mit Schlafen. Und Albrecht geht in seiner Forschung den spannenden Fragen auf den Grund, warum wir überhaupt schlafen müssen, was Schlafmangel mit uns macht und wie er unsere Lernfähigkeit beeinflusst. Warum wir träumen, was gegen Schnarchen hilft oder welchen Einfluss der Mond auf unseren Schlaf hat.
Momentan forscht er am Inselspital in Bern an Möglichkeiten, den Schlaf von Krankenhauspatienten zu verbessern – und damit auch ihre Genesung.

Ich war während der Lektüre und der Gespräche mit Albrecht erstaunt, wie viel es mit Blick auf einen so wichtigen Teil unseres Lebens nach wie vor zu erforschen und verstehen gibt. Und fühle mich privilegiert, dass wir Einblicke in seine Erkenntnisse gewinnen können.

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Weitere Informationen zu Albrecht Vorster und seinem Buch

Am Samstag, den 7. März feiern wir den 100. Salon! Dieses Jubiläum nehme ich zum Anlass, die Salonkultur von 1800 bis zur Gegenwart zu betrachten, und bin sehr glücklich, gemeinsam mit Elke Jeanrond-Premauer und Hannah Lotte Lund den Bogen über die Jahrhunderte spannen zu können:

Elke Jeanrond-Premauer hat mit ihren „Denkwochen“ im französischen Château d’Orion vor nunmehr 15 Jahren „Salons auf Zeit“ ins Leben gerufen mit dem Anspruch, Menschen mit den wesentlichen Fragen in Berührung zu bringen, zu denen sie im Alltag selten kommen. Durch dieses gemeinsame Bestreben hat das Leben uns zusammengeführt und unsere wunderbare Freundschaft begründet.

Wir zeitgenössischen Salonièren nehmen gerne Bezug auf historische Gesprächskreise. Doch wie die Geselligkeit um 1800 tatsächlich aussah jenseits vieler Mythen, könnte niemand besser vermitteln als meine Freundin Hannah Lotte Lund, die über den Berliner „Jüdischen Salon“ um 1800 promoviert hat und zu geselligen und intellektuellen Netzwerken des 18. und 19. Jahrhunderts forscht. Ganz nebenbei leitet sie als Direktorin das Kleist-Museum in Frankfurt (Oder).

Vor einiger Zeit haben Elke, Hannah Lotte und ich eine Denkwoche zum Thema „Geist und Geselligkeit“ gestaltet und mit unseren Gästen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede heutiger und historischer Salons diskutiert. Viele neue Fragen haben sich daraus ergeben, und wir freuen uns sehr darauf, gemeinsam mit Euch über die Bedeutung von Salons zu sprechen.
Als Moderator konnte ich zu meiner Freude Lars Bösel gewinnen, der uns bereits anlässlich des „Mauerfall-Salons“ wunderbar durch den Abend geführt hat.

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2018 im Château d’Orion mit Hannah Lotte und Elke

Weitere Informationen zu Elke Jeanrond-Premauer, Hannah Lotte Lund und Lars Bösel: