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Die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Christa Lichtenstern wird uns im Rahmen des 71. Salons am Sonntag, den 7. Januar 2018 durch die von ihr kuratierte Emil Cimiotti-Retrospektive “Denn was innen, das ist außen” im Georg-Kolbe-Museum führen.

Emil Cimiotti feiert in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. Der Bildhauer und Zeichner prägte die (west-)deutsche Kunst der Nachkriegszeit als Pionier der Abstraktion und war 1958 und 1960 auf der Biennale in Venedig, 1959 und 1964 auf der documenta in Kassel vertreten.

Weitere Informationen über Emil Cimiotti, Christa Lichtenstern und die Ausstellung:

Die Künstlerin und Filmemacherin Renata Keller wird uns im Rahmen des 70. Salons am Mittwoch, den 22. November 2017 ihren Film „Warum Frauen Berge besteigen sollten“ als Reise durch das Leben und Werk von Dr. Gerda Lerner zeigen und mit uns über diese außergewöhnliche Frau sprechen:

Als bahnbrechende feministische Historikerin, Autorin und soziale Reformerin ist Gerda Lerner zweifellos eine der inspirierendsten Frauenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sie emigrierte vor den Nazis in die USA, war frühzeitig in der Bürgerrechtsbewegung engagiert, schrieb 1972 die überfällige Studie „Schwarze Frauen im weißen Amerika“, im Jahr 1986 „Die Entstehung des Patriarchats“ und begründete so die Frauen-Geschichtsschreibung. Der Film wirft einen detaillierten Blick auf das persönliche, berufliche und politische Leben Gerda Lerners und geht der Frage nach: Wie kann uns das Wissen über unsere eigene Geschichte dazu inspirieren, eine bessere Zukunft zu gestalten? Ausgehend von den revolutionären Errungenschaften der Frauen im 20. Jahrhundert wirft der Film auch einen Blick in die Zukunft und geht der Frage nach: Wo stehen die Frauen heute? Und was ist der nächste Schritt?

Weitere Informationen über Renata Keller und ihren Film

Der ausgewiesene Goethe-Kenner Dr. Manfred Osten wird mit uns im Rahmen des 69. Salons am Sonntag, den 12. November 2017 über sein jüngstes Buch »Gedenke zu leben! Wage es, glücklich zu sein!« oder Goethe und das Glück sprechen.

Immer wieder bin ich fasziniert, wie weitsichtig Goethe Themen und Aspekte unserer Gegenwart antizipiert hat und wie aktuell seine Analysen und lebenspraktischen Anregungen für diese unruhigen Zeiten sind:

»Jeder Trost ist niederträchtig / Und Verzweiflung nur ist Pflicht« heißt es in einem Versentwurf zum »Faust«. Goethe selbst aber hat sich gegen Unglück und Verzweiflung zur Wehr gesetzt und im »Wilhelm Meister« dagegengehalten: »Gedenke zu leben! Wage es, glücklich zu sein!« Manfred Osten zeigt, wie Goethe sich zwischen diesen beiden extremen Polen bewegt hat, und wie er für sich Strategien und Wege fand, glücklich zu sein. Wer glücklich sein will, muss sich das erarbeiten, muss an sich arbeiten. Goethe nannte dies das »Übungsglück« der Mäßigung. Gleichzeitig beschreibt Osten, wie hellsichtig Goethe seine Zeit und die aufkommende Industrialisierung mit der sie begleitenden Beschleunigung allen Wirkens und Handelns als dem Glück entgegenstehend verstanden hat: »So wenig nun die Dampfwagen zu dämpfen sind, so wenig ist dies auch im Sittlichen möglich: die Lebhaftigkeit des Handels, das Durchrauschen des Papiergeldes, das Anschwellen der Schulden, um Schulden zu bezahlen, das alles sind die ungeheueren Elemente …« Geschrieben hat Goethe das 1825, aber es wird hier eine Brücke zu uns ins 21. Jahrhundert geschlagen, in dem sich scheinbar alles Glück und jedes Leben optimieren lässt.

Ich freue mich sehr darauf, von Manfred Osten im Rahmen des Salons mehr über Goethes Strategien zu erfahren, sich sein Glück zu erarbeiten – gerade in verzweifelten Zeiten.
Weitere Informationen über Manfred Osten und sein aktuelles Buch:

Auch dieses Jahr können wir unsere schöne Sommertradition fortsetzen: Jan Maruhn lädt uns nun bereits zum siebten Mal ein, unser Salon-Sommerfest bei ihm im Garten in Berlin-Zehlendorf zu feiern: am Samstag, den 5. August 2017.

Wie jedes Jahr steht bewusst kein Thema auf der Agenda, um genug Zeit zu haben für gute Gespräche, Wiedersehen, gemeinsames Nachklingenlassen der inzwischen schon über 60 Salonabende. Und es uns bei Speis und Trank gut gehen zu lassen.

Im Rahmen unseres 68. Salons am Montag, den 31. Juli 2017 wird Van Bo Le-Mentzel, der Kurator des Bauhaus Campus Berlin, mit uns im New Work Studio auf dem Bauhaus Campus diskutieren, wie wir zukünftig arbeiten und leben wollen vor dem Hintergrund knapper werdenden Wohnraums, steigender Mieten und offener Nachhaltigkeitsfragen.

Der Bauhaus Campus Berlin ist ein künstlerisches Experiment am Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung, Berlin, das neue Wege in der Bildungs- und Baukultur gehen will: Mit Blick auf den 100. Jahrestags der Bauhaus-Gründung im Jahr 2019 entwickelte die Tinyhouse University das Projekt Bauhaus Campus Berlin.

Seit März 2017 sind auf den Außenflächen des Museums Möglichkeitsräume für demokratische Utopien entstanden. Mit so genannten “tinyhouses” – 10 qm große Raumstrukturen auf Rädern – sollen Stadtstrukturen jenseits der Standards aufgebrochen werden, temporäre Dörfer und Städtebau ohne Genehmigungsschleifen erprobt werden. Auf dem Campus wird gemeinsam studiert, gebaut und über neue und gerechtere Formen des Miteinanders geforscht. Vorbild für dieses Experiment ist das Bauhaus als schulische Institution, in der vor 100 Jahren Bildung und Bauen neu gedacht wurde.

Weitere Informationen über Van Bo Le-Mentzel und den Bauhauscampus:
http://www.hartzivmoebel.de/
http://www.bauhauscampus.berlin/
http://www.tagesschau.de/inland/wohnraum-101.html

Unverhofft ergibt sich gerade eine wunderbare Salon-Reihe rund um das Thema „Dialog“: Nachdem Carlos Fraenkel uns einen Einblick in seine Erkenntnisse zur Philosophie als „Werkzeugkasten“ für gelungene Gespräche – selbst bei scheinbar unüberbrückbaren Meinungsdifferenzen – gegeben haben wird, können wir von dem Philosophen, Phil.Cologne-Gründer und WDR-Journalisten Jürgen Wiebicke erfahren, was er aus Gesprächen mit verschiedensten Menschen während einer vierwöchigen Wanderung durch Nordrhein-Westfalen über den Zustand unseres Landes gelernt hat: Im Rahmen des 67. Salons am Mittwoch, den 19. Juli 2017 wird Jürgen Wiebicke mit uns über sein Buch „Zu Fuß durch ein nervöses Land. Auf der Suche nach dem, was uns zusammenhält“ sprechen (2016 erschienen bei Kiepenheuer & Witsch):

„Immer mehr Menschen spüren ein zunehmendes Unbehagen daran, dass an unserem derzeitigen individualistischen Lebensstil etwas grundsätzlich faul ist. Aber wie er zu ändern wäre, ist immer noch äußerst unklar. Gegen diese Lähmung im Denken und Handeln ist das Wandern seit jeher eine großartige Therapie. Daher ist Jürgen Wiebicke im Sommer vorletzten Jahres einfach losgelaufen, um etwas über den Zustand unserer Gesellschaft zu erfahren, über den Krisenmodus, in dem wir stecken – und um Menschen zu begegnen, die ganz konkret neue Formen des politischen Engagements erproben. Er traf Künstler, Millionäre und Sportler, sprach mit Leitern von Jugendhilfezentren und Flüchtlingsheimen, besuchte unter anderem ein Schützenfest, Yoga-Sitzungen im Klostergarten und einen Schlachthof. Er stellte fest: Nicht nur angesichts der Flüchtlinge wächst die Bereitschaft, sich um mehr als um den eigenen Vorgarten zu kümmern und sich für ein gelingendes Gemeinwesen einzusetzen.“

Weitere Informationen über Jürgen Wiebicke und sein aktuelles Buch:

Es ergibt sich eine wunderbare Gelegenheit, an unseren Salon mit Anka Vollmann zum Thema „Dialog als Haltung“ anzuknüpfen und auch den Bogen zu Shahid Alams Kalligraphie-Ausstellung zu schlagen, die den interreligiösen Dialog zum Thema macht: Der Philosoph Carlos Fraenkel wird mit uns im Rahmen unseres 66. Salons am 17. Juli 2017 über sein Buch „Mit Platon in Palästina. Vom Nutzen der Philosophie in einer zerrissenen Welt“ sprechen (2016 bei Hanser erschienen):

Carlos Fraenkel ist den beiden zentralen Fragen nachgegangen, ob Philosophie – außerhalb des akademischen Betriebs praktiziert – nützlich sein kann. Und ob Konflikte, denen unterschiedliche (kulturelle, religiöse etc.) Überzeugungen zugrunde liegen, mit Hilfe der Philosophie in eine „Debattenkultur“ übersetzt werden können. Dazu hat er in Konfliktfeldern Philosophie-Workshops durchgeführt, z.B. an der Universität in Ost-Jerusalem, mit chassidischen Juden in New York, die sich innerlich vom Glauben losgesagt hatten, und mit Schülern in Salvador de Bahia, dem kulturellen Zentrum der afrobrasilianischen Kultur.

Sein Fazit aus diesen Erfahrungen ist, dass man mit Hilfe der Philosophie in Konfliktfällen Fragen klarer formulieren und Antworten besser prüfen kann und auch große Differenzen in Meinungen und Überzeugungen zum Ausgangspunkt einer konstruktiven Debattenkultur machen kann. Mit Hilfe der Philosophie ist es möglich, eigene Überzeugungen und Wertvorstellungen zu hinterfragen, um gemeinsam nach der Wahrheit zu suchen, statt anderen die eigene Meinung aufzwingen zu wollen oder sich in einer „Multikulti-Gleichgültigkeit“ einzurichten.

Weitere Informationen über Carlos Fraenkel und sein aktuelles Buch: