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Archive for the ‘Geschichte’ Category

Im Rahmens unseres 65. Salons am Sonntag, den 21. Mai 2017 werden wir eine Exkursion ins Oderbruch unternehmen: Der Kunsthistoriker Jan Maruhn wird uns Einblicke in das vielseitige Leben und Wirken des deutsch-jüdischen Bankiers und Mäzens Hugo Simon (1880-1950) geben, an dessen Biografie er gerade arbeitet (das Buch in Co-Autorschaft mit Nina Senger erscheint voraussichtlich im Herbst 2017): Hugo Simon nahm als Mitglied der Ankaufkommission Einfluss auf die Erwerbungspolitik der Berliner Nationalgalerie, war Aufsichtsratsmitglied im S. Fischer Verlag und im Ullstein Verlag. Als Privatbankier führte er die Finanzgeschäfte des Kunsthändlers und Verlegers Paul Cassirer und kümmerte sich auch um die Finanzen der SPD, um nur einige seiner vielseitigen Tätigkeiten zu nennen.

In Seelow haben wir die Gelegenheit, die bisher nicht öffentlich zugänglichen „Simonschen Anlagen am Schweizerhaus“ zu besichtigen, das Hugo Simon 1919 als florierendes Ausflugslokal mit Nachbargrundstücken erwarb. Dem Zeitgeist entsprechend entwickelte er ein Mustergut mit Ausbildung für junge Leute, Wohnungen für seine Arbeiter, Züchtung neuer Pflanzensorten und Geflügelrassen. Im Zuge des Umbaus ließ Simon eine Kopie von Goethes Weimarer Gartenhaus als Gästehaus errichten sowie eine Orangerie, Wohnhäuser und ein Bienenhaus für über 50 Bienenvölker.

Die unter Denkmalschutz stehenden Anlagen von gartengeschichtlicher und künstlerischer Bedeutung werden ab Sommer 2017 umfangreich restauriert mit dem Ziel, wieder an die Zeiten anzuknüpfen, in denen das Schweizerhaus dank Hugo Simon ein wichtiges geistiges Zentrum außerhalb Berlins neben Schloss Freienwalde von Walter Rathenau, den Künstlervillen am Wannsee, dem Künstlerort Friedrichshagen u.a. war.

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Im Rahmen unseres 63. Salons am Freitag, den 7. April 2017 wird Dr. Josef Braml, einer der renommiertesten USA-Experten unserer Zeit, mit uns anhand seines aktuellen Buchs „Trumps Amerika. Auf Kosten der Freiheit“ (Quadriga, 2016) über die aktuellen politischen Entwicklungen in den USA und mögliche zukünftige Rollen Deutschlands und Europas in der neuen Weltordnung diskutieren.

Josef Braml kennt die entscheidenden Kräfte im Machtgefüge amerikanischer Wirtschaft und Politik so genau wie kaum ein anderer. Als Mitarbeiter bei einem der führenden US-Think-Tanks, Consultant der Weltbank, legislativer Berater im US-Abgeordnetenhaus und Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) hat er sich durch seine Expertise auf dem Gebiet der Außen- und Sicherheitspolitik der USA und ihren sozio-ökonomischen Grundlagen großes internationales Renommee erworben.

Mit seinem Buch „Trumps Amerika. Auf Kosten der Freiheit“ – nach den US-Wahlen im November 2016 aktualisiert – liefert Josef Braml eine sehr präzise und aufschlussreiche Analyse der politischen und wirtschaftlichen Situation in den USA und damit eine hervorragende Grundlage für unsere Salon-Diskussion über die gegenwärtigen politischen Entwicklungen, der ich mit Spannung und Freude entgegensehe. Denn in Zeiten „alternativer Fakten“ ist der persönliche Austausch mit Experten in meinen Augen relevanter und schätzenswerter denn je.

Weitere Informationen über Josef Braml und sein aktuelles Buch:

 

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Louisa Bolm – Medizinerin und vielseitig interessierte Kulturvermittlerin – wird uns im Rahmen des 62. Salons am Mittwoch, den 8. März 2017 anhand zahlreicher Original-Exponate Einblicke in das hochspannende Leben und Wirken des französischen Chirurgen Paul Reclus geben:

Paul Reclus revolutionierte im 19. Jahrhundert die Chirurgie, u.a. mit der Entwicklung der Kokain-Lokalanästhesie, war darüber hinaus aber auch als Politiker engagiert und in den Dreyfus-Spionageskandal  involviert. Auch seine Brüder schrieben in ihren Disziplinen Geschichte, wie der bekannte Geograph und Anarchist Élisée Reclus.
Paul Reclus lebte im Chateau d’Orion – dem „Denkschloss“ im französischen Béarn, in das es mich jedes Jahr zu mindestens einer Denkwoche zieht.

Bis zum 14.2.2017 läuft im Info-Café Berlin-Paris des Deutsch-französischen Jugendwerks in Berlin eine von Louisa kuratierte Ausstellung über Paul Reclus. Die dort gezeigten Exponate – beispielsweise Originalbriefe von Reclus‘ Freund Gustave Eiffel, dem mutigen Heißluftballon-Fotographen Paul Nadar oder eine historische Packung der von Reclus entwickelten Pomade zu Heilzwecken – werden auch im Rahmen des Salonabends zu sehen sein.

Weitere Informationen über Paul Reclus:
www.paul-reclus-zeitgeschehen.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Reclus_(Chirurg)

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Der Literaturwissenschaftler und Galerist Prof. Dr. Friedrich Rothe wird mit uns im Rahmen des 52. Salons am Donnerstag, den 21. Juli 2016 über Harry Graf Kessler sprechen, dem er eine viel beachtete Biografie gewidmet hat (Siedler, 2008).

Schon lange fasziniert mich Harry Graf Kessler (1868-1937), dessen große Verdienste für die Entwicklung und Entfaltung der Moderne – insbesondere im Bereich der bildenden Kunst, beispielsweise als Mäzen für Henry van de Velde oder Edvard Munch – ich sehr zu schätzen weiß. Aber auch in der Rolle als „Menschensammler“ empfinde ich Harry Graf Kessler als sehr inspirierend: Mit ca. 12.000 Menschen stand er persönlich in Kontakt, dokumentiert in seinem Tagebuchwerk, das er mit 12 Jahren begann und 57 Jahre lang bis zum Ende seines Lebens führte.

Harry Graf Kesslers Wirken für unterschiedliche Kunstgattungen, sein international geführtes Leben und sein weitreichendes Netzwerk sind so vielseitig und komplex, dass diese Ankündigung nur einen kleinsten Einblick zu leisten vermag. Umso mehr freue ich mich auf unser Gespräch mit seinem Biografen Prof. Dr. Friedrich Rothe im Rahmen des 52. Salonabends, das uns einen umfassenderen Einblick in das spannende Leben Harry Graf Kesslers ermöglichen wird!

Zum Anlass genommen habe ich die aktuelle Ausstellung über Harry Graf Kessler im Liebermannhaus am Brandenburger Tor (noch bis zum 21. August 2016).

Mehr Informationen über Prof. Dr. Friedrich Rothe und Harry Graf Kessler:
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Rothe
http://www.zeit.de/2008/12/Der_moderne_Querkopf
https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Graf_Kessler

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Der Journalist und Autor Günther Wessel wird uns im Rahmen des 51. Salons am 29. Juni 2016 sein aktuelles Buch „Das schmutzige Geschäft mit der Antike. Der globale Handel mit illegalen Kulturgütern“ vorstellen (2015 im Ch. Links Verlag erschienen) und dieses hochaktuelle Thema mit uns diskutieren:

„Das Geschäft mit geraubten Kulturgütern boomt. Im Schatten der politischen Erschütterungen im Nahen Osten und in Nordafrika kommt es zu beispiellosen Plünderungen antiker Stätten. Gleichzeitig werden Kunstgegenstände als Geldanlage international immer gefragter. Auch Terrorgruppen wie der IS finanzieren sich wohl durch geraubte Kulturgüter. Weltweit wird – so vermuten es Strafverfolger – nur mit Drogen und Waffen mehr illegales Geld gemacht.“

Günther Wessel hat mit seinen gründlichen Recherchen einen wichtigen Beitrag zur Erhellung dieses „Dunkelfeldes“ geleistet, wie sich ein solches Feld der Kriminalität nennt, über das kein systematisches Wissen vorliegt: Die kritische und mutige Erforschung sämtlicher Perspektiven und entsprechenden Interessen (Archäologen, Raubgräber, Händler, Sammler, Museen etc.) ermöglicht einen umfassenden Einblick in dieses spannende wie erschreckende Feld.

Mehr Informationen über Günther Wessel und sein aktuelles Buch:
http://www.christoph-links-verlag.de/index.cfm?view=3&titel_nr=841
https://www.freischreiber.de/profiles/guenther-wessel/
https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Wessel

 

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Im Januar 2016 wird der Anschlag auf das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo ein Jahr zurück liegen. Im Visier waren vermutlich nicht nur Charlie Hebdo, sondern die Presse- und Meinungsfreiheit generell, was weltweit vielschichtige Reaktionen auslöste. Auch ein Teil der Salongemeinschaft erhob die Stimme und beteiligte sich an dem Ruf „Je suis Charlie“ – gedacht als Synonym für die freie Meinungsäußerung. Das löste eine interessante kontroverse Debatte innerhalb des Salons aus, und ich erkannte: Die Lage ist nicht nur vielschichtig und komplex, sondern birgt auch ein Risiko für Missverständnisse. Es bedarf also eines Salons zur vertiefenden Reflexion. Und zu meiner Freude wird der Islam- und Politikwissenschaftler Jannis Grimm im Rahmen des 47. Salons am 11. Januar 2016 seinen Essay „#Wir sind nicht Charlie. Differenzierte Reaktionen von Muslimen auf die Anschläge von Paris und die Gefahr kollektiver Schuldzuweisungen“ vorstellen und die Reaktionen anhand dessen mit uns diskutieren.

Der Essay erschien über die Stiftung Wissenschaft und Politik, wo Jannis Grimm bis Herbst 2015  als Forschungsassistent im Projekt »Elitenwandel und neue soziale Mobilisierung in der arabischen Welt« tätig war, und ist hier nachzulesen.

Weitere Informationen über Jannis Grimm: https://twitter.com/jannisgrimm https://karosalon.wordpress.com/referenten/

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Im Rahmen des 45. Salonabends am Dienstag, den 10. November 2015 wird der Literaturwissenschaftler Reiner Stach uns zu meiner großen Freude seine dreibändige Kafka-Biographie vorstellen, die er im vergangenen Jahr mit dem dritten Band über Kafkas frühe Jahre abgeschlossen hat.

18 Jahre lang hat Reiner Stach an dieser faszinierenden Biographie gearbeitet, die schon heute den Ruf eines internationalen Standardwerks genießt und vieles in sich vereint: Eine sehr präzise und einfühlsame Studie eines außergewöhnlichen Menschen, eine lebendige und zugleich lehrreich detaillierte Zeit- und Kulturgeschichte und nicht zuletzt selbst ein literarisches Meisterwerk.

Weitere Informationen zu Reiner Stach und seiner Kafka-Biographie finden sich hier:
http://www.reinerstach.de/kafka-biographie
https://karosalon.wordpress.com/referenten/
http://www.fischerverlage.de/autor/Reiner_Stach/5263

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