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Archive for the ‘Geschichte’ Category

am 9. November 2019 werden exakt 30 Jahre seit dem Berliner Mauerfall vergangen sein. Wir nehmen dieses denkwürdige Datum zum Anlass, uns im Rahmen des 94. Salons in einer sehr interessanten Runde aus verschiedenen Perspektiven an die Ereignisse des 9. November 1989 zu erinnern:

Christa Stark war damals in Ost-Berlin parteilos tätig in der zentralen Verwaltung der Deutschen Reichsbahn im Ministerium für Verkehrswesen und engagiert in der evangelischen Kirche. Nur wenige Straßen entfernt setzte sich der Autor Olaf Georg Klein, Waffendienstverweigerer und lange engagiert in der Friedensbewegung, im Sprecherrat des „Neuen Forum“ aktiv für politische Veränderungen ein. Lars Bösel war damals als junger Berufstätiger in seiner Gemeinde in Oberschöneweide um den Pfarrer Erich Busse aktiv – auf der Suche, Wege zur Reformierung der DDR zu finden. Geografisch weit entfernt im Bonner Ministerium für Wirtschaft war Max Dehmel, zugleich den Geschehnissen aber auch sehr nah aufgrund seiner engen Vernetzung nach Ost-Berlin seit seiner Zeit als Leiter der Wirtschaftsabteilung in der „Ständigen Vertretung der Bundesrepublik bei der DDR“ von 1979-84.

Unser Vorgespräch zu diesem Salonabend war sehr anregend aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven und zugleich vielfältigen Verbindungslinien zwischen Christa Stark, Max Dehmel, Olaf Georg Klein und Lars Bösel, obwohl die vier sich damals noch nicht persönlich kannten und erst Jahrzehnte später im Salon begegnet sind.

Wir freuen uns gemeinsam sehr auf das Salongespräch zum Mauerfall am 9. November und sind gespannt auf Eure persönlichen Erinnerungen an die damaligen politischen Ereignisse! Vielleicht hat der eine oder andere ja auch Tagebuchaufzeichnungen aus der Zeit. Denn entstanden ist die Idee zu diesem Salon aus dem Abend zum Thema „Tagebuchschreiben“ mit Olaf im Juni.

Weitere Informationen zu Christa Stark, Lars Bösel, Max Dehmel und Olaf Georg Klein:

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Der Salonabend mit Heli Meisterson muss aus familiären Gründen leider verschoben werden. Aber wunderbarer Weise wird unsere hannoversche Gastgeberin Martina Trauschke den Abend gestalten und uns eine ihrer jüngsten literarischen Entdeckungen vorstellen:

Die Lektüre des im deutschsprachigen Kontexts nahezu unbekannten Romans der Dichterin Elizabeth Barrett Browning (1806-1861) ‚Aurora Leigh‘ ist eine herrliche Überraschung. Ein Vers-Roman, der die Entwicklung und das Werden einer Künstlerin in der Mitte des 19. Jahrhunderts erzählt. Wie findet ein Mensch seinen Weg, der nicht vorgezeichnet ist, sondern in jedem Schritt erfunden werden muss? In den Künstlerinnen-Bildungsroman sind einige biographische Züge ihres eigenen Lebens eingeflossen, das eine der spektakulärsten Dichterlieben umfasst. Im Roman und im Leben ist das innere Drama einer jungen Frau wahrzunehmen, die aus dem Unvorhergesehen heraus ihrer Leidenschaft im schönsten Wechselgeschehen mit ihrem unbestechlichen Wahrnehmungsvermögen folgt.

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Im Rahmen des 80. Salon am Freitag, den 5. Oktober 2018 stellt die Berliner Schriftstellerin Unda Hörner Ihr brandaktuelles Buch „1919 – Das Jahr der Frauen“ vor (erschienen im August 2018 bei ebersbach & simon):

1919 erhalten Frauen in Deutschland erstmals das Wahlrecht und machen sich auf allen Gebieten daran, ihr Leben selbst zu gestalten: Mit Käthe Kollwitz wird erstmals eine Frau in die Akademie der Künste berufen, Maria Juchacz hält als erste eine Rede im Parlament, Frauen studieren am neuen Bauhaus in Weimar. Während in Berlin Rosa Luxemburg ihren Einsatz für die politische Neuordnung mit dem Leben bezahlt, widmet man sich in Paris der Wissenschaft und Kultur: Marie Curies Radiuminstitut öffnet seine Pforten, Sylvia Beach gründet Shakespeare & Company und Coco Chanel kreiert das unsterbliche Chanel No. 5.

Unda Hörner verwebt die Lebenswege und historischen Ereignisse zu einer atmosphärisch dichten Erzählung, eine faszinierende Zeitreise ins Jahr 1919, in dem auf einmal alles möglich schien für die Frauen.

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Weitere Informationen über Unda Hörner und ihr aktuelles Buch:

Unda Hörner

„1919 – Das Jahr der Frauen“

Beitrag über Unda Hörners aktuelles Buch im Deutschlandfunk Kultur

WDR3-Interview mit Unda Hörner zu ihrem aktuellen Buch

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Der Politikwissenschaftler und Historiker Götz Aly spricht im Rahmen unseres 79. Salons am 11. September 2018 mit uns über sein Buch „Europa gegen die Juden. 1880 – 1945“ (2017 im S. Fischer Verlag erschienen):

In seiner großen Gesamtdarstellung »Europa gegen die Juden 1880-1945« zeigt Götz Aly, dass der Holocaust nicht allein aus der deutschen Geschichte heraus erklärbar ist. Sowohl in West- als auch in Osteuropa hatten Antisemitismus und Judenfeindschaft seit 1880 sprunghaft zugenommen – angetrieben von Nationalismus und sozialen Krisen. Erstmals stellt Götz Aly hier den modernen Antisemitismus als grenzüberschreitendes Phänomen dar. Ohne die Schuld der deutschen Täter zu mindern, zeigt er, wie Rivalität und Neid, Diskriminierung und Pogrome seit Ende des 19. Jahrhunderts vielerorts dazu beigetragen haben, den Boden für Deportationen und Völkermord zu bereiten. Während des Zweiten Weltkriegs ermordeten die nationalsozialistischen Besatzer schließlich sechs Millionen Juden, die meisten in Osteuropa, teils unter Mithilfe lokaler Polizei und Behörden. Mit seinem gesamteuropäischen Blick ermöglicht Götz Aly ein neues, umfassendes Verständnis des Holocaust.

Weitere Informationen über Götz Aly und sein Buch:

 

 

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Im Rahmens unseres 65. Salons am Sonntag, den 21. Mai 2017 werden wir eine Exkursion ins Oderbruch unternehmen: Der Kunsthistoriker Jan Maruhn wird uns Einblicke in das vielseitige Leben und Wirken des deutsch-jüdischen Bankiers und Mäzens Hugo Simon (1880-1950) geben, an dessen Biografie er gerade arbeitet (das Buch in Co-Autorschaft mit Nina Senger erscheint voraussichtlich im Herbst 2017): Hugo Simon nahm als Mitglied der Ankaufkommission Einfluss auf die Erwerbungspolitik der Berliner Nationalgalerie, war Aufsichtsratsmitglied im S. Fischer Verlag und im Ullstein Verlag. Als Privatbankier führte er die Finanzgeschäfte des Kunsthändlers und Verlegers Paul Cassirer und kümmerte sich auch um die Finanzen der SPD, um nur einige seiner vielseitigen Tätigkeiten zu nennen.

In Seelow haben wir die Gelegenheit, die bisher nicht öffentlich zugänglichen „Simonschen Anlagen am Schweizerhaus“ zu besichtigen, das Hugo Simon 1919 als florierendes Ausflugslokal mit Nachbargrundstücken erwarb. Dem Zeitgeist entsprechend entwickelte er ein Mustergut mit Ausbildung für junge Leute, Wohnungen für seine Arbeiter, Züchtung neuer Pflanzensorten und Geflügelrassen. Im Zuge des Umbaus ließ Simon eine Kopie von Goethes Weimarer Gartenhaus als Gästehaus errichten sowie eine Orangerie, Wohnhäuser und ein Bienenhaus für über 50 Bienenvölker.

Die unter Denkmalschutz stehenden Anlagen von gartengeschichtlicher und künstlerischer Bedeutung werden ab Sommer 2017 umfangreich restauriert mit dem Ziel, wieder an die Zeiten anzuknüpfen, in denen das Schweizerhaus dank Hugo Simon ein wichtiges geistiges Zentrum außerhalb Berlins neben Schloss Freienwalde von Walter Rathenau, den Künstlervillen am Wannsee, dem Künstlerort Friedrichshagen u.a. war.

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Im Rahmen unseres 63. Salons am Freitag, den 7. April 2017 wird Dr. Josef Braml, einer der renommiertesten USA-Experten unserer Zeit, mit uns anhand seines aktuellen Buchs „Trumps Amerika. Auf Kosten der Freiheit“ (Quadriga, 2016) über die aktuellen politischen Entwicklungen in den USA und mögliche zukünftige Rollen Deutschlands und Europas in der neuen Weltordnung diskutieren.

Josef Braml kennt die entscheidenden Kräfte im Machtgefüge amerikanischer Wirtschaft und Politik so genau wie kaum ein anderer. Als Mitarbeiter bei einem der führenden US-Think-Tanks, Consultant der Weltbank, legislativer Berater im US-Abgeordnetenhaus und Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) hat er sich durch seine Expertise auf dem Gebiet der Außen- und Sicherheitspolitik der USA und ihren sozio-ökonomischen Grundlagen großes internationales Renommee erworben.

Mit seinem Buch „Trumps Amerika. Auf Kosten der Freiheit“ – nach den US-Wahlen im November 2016 aktualisiert – liefert Josef Braml eine sehr präzise und aufschlussreiche Analyse der politischen und wirtschaftlichen Situation in den USA und damit eine hervorragende Grundlage für unsere Salon-Diskussion über die gegenwärtigen politischen Entwicklungen, der ich mit Spannung und Freude entgegensehe. Denn in Zeiten „alternativer Fakten“ ist der persönliche Austausch mit Experten in meinen Augen relevanter und schätzenswerter denn je.

Weitere Informationen über Josef Braml und sein aktuelles Buch:

 

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Louisa Bolm – Medizinerin und vielseitig interessierte Kulturvermittlerin – wird uns im Rahmen des 62. Salons am Mittwoch, den 8. März 2017 anhand zahlreicher Original-Exponate Einblicke in das hochspannende Leben und Wirken des französischen Chirurgen Paul Reclus geben:

Paul Reclus revolutionierte im 19. Jahrhundert die Chirurgie, u.a. mit der Entwicklung der Kokain-Lokalanästhesie, war darüber hinaus aber auch als Politiker engagiert und in den Dreyfus-Spionageskandal  involviert. Auch seine Brüder schrieben in ihren Disziplinen Geschichte, wie der bekannte Geograph und Anarchist Élisée Reclus.
Paul Reclus lebte im Chateau d’Orion – dem „Denkschloss“ im französischen Béarn, in das es mich jedes Jahr zu mindestens einer Denkwoche zieht.

Bis zum 14.2.2017 läuft im Info-Café Berlin-Paris des Deutsch-französischen Jugendwerks in Berlin eine von Louisa kuratierte Ausstellung über Paul Reclus. Die dort gezeigten Exponate – beispielsweise Originalbriefe von Reclus‘ Freund Gustave Eiffel, dem mutigen Heißluftballon-Fotographen Paul Nadar oder eine historische Packung der von Reclus entwickelten Pomade zu Heilzwecken – werden auch im Rahmen des Salonabends zu sehen sein.

Weitere Informationen über Paul Reclus:
www.paul-reclus-zeitgeschehen.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Reclus_(Chirurg)

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