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Archive for the ‘Philosophie’ Category

Im Rahmen des 85. Salons am Mittwoch, den 27. Februar 2019 wird Johannes Oberthür – bildender Künstler und promovierter Philosoph – mit uns über „Welt aus Beziehung – zum Verhältnis zwischen Kunst und Philosophie“ sprechen:

Mit Blick auf die Geistesgeschichte von Platon bis Nietzsche kann man den Eindruck gewinnen, dass es wohl eine Philosophie der Kunst, nicht aber in analogem Sinn eine Kunst der Philosophie gibt. Beide folgen tatsächlich zunächst auch ganz unterschiedlichen Prämissen: Die Philosophie vertritt in ihrer klassischen Form den Anspruch, durch Instrumentarien der Vernunft sich die Welt mittels Erkenntnis verfügbar zu machen, während uns in der Kunst der Anspruch auf Berührung und Empfinden begegnet, was ein wechselseitiges Aufeinander-Wirken von Welt und Mensch impliziert. Dabei kommt dem jetzigen Augenblick eine wesentliche Bedeutung zu, entfaltet sich doch in ihm die Wirklichkeit der ursprünglichen Weltbeziehung.  Dazu bedarf es so etwas wie einer elementaren Kunst, auf deren Basis sich die Kunstfertigkeit von Menschen entfalten und in konkreten Kunstwerken niederschlagen kann. Das wird an Werken von Cézanne, Klee und Beuys exemplarisch aufgewiesen, so dass die besondere Bedeutung der Kunst für unser Verhältnis zur Welt und zum Anderen offenbar wird. Können sich aus solch einem Verständnis der Kunst neue Impulse für die Philosophie ergeben? Oder wirken sie nicht bereits in bestimmten Strömungen wie z.B. der Phänomenologie? Dies werden einige der Fragen sein, denen der Vortrag nachgeht.

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Mein Salon wird dieses Jahr erstmals in München zu Gast sein: Der Musikreferent und Cembalist Rolf Basten referiert am Samstag, den 19. Januar 2019 im Rahmen des 84. Salonabends über das spannende Thema „Musik und Moral – ein „zertrennliches“ Verhältnis?“:

In seinen Briefen zur ästhetischen Erziehung des Menschen teilt Friedrich von Schiller seine Überzeugung mit, der Mensch könne durch die sinnliche Erfahrung von Kunst zum Besseren gewandelt werden. Dies wirft heutzutage natürlich Fragen auf. Wohnt der tönenden Kunst tatsächlich Moral inne? Kann Musik die Moral festigen oder gar schwächen? Kann bzw. soll man künstlerische Produkte von der Biographie und dem Charakter ihrer Schöpfer trennen? Warum reglementieren Diktaturen das Musikleben in ihren Herrschaftsräumen so drastisch?

In seinem Vortrag spürt Rolf Basten mit vielen Musikbeispielen diverser Epochen und Genres der tönenden Kunst zwischen Glaubensvermittlung, Agitation, Verführung und Geschwisterinzest nach.

Ich freue mich schon sehr auf den Abend in München mit Rolf Basten und Euch und eine neue Perspektive auf die Wirkungsmöglichkeiten der Musik.

Weitere Informationen über Rolf Basten:

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Der in Paris und Sizilien lebende Lyriker und Essayist Jochen Winter wird uns sein aktuelles Buch „Die Glut des Augenblicks. Aufzeichnungen vom Ätna“ im Rahmen unseres 75. Salons am Samstag, den 19. Mai 2018 vorstellen (Matthes & Seitz, 2017):

Betrachtungen des Ätna bilden den Ausgangspunkt für Reflexionen und Meditationen, die um Poetologie und Philosophie, Mythologie und Kosmologie, Physik und Metaphysik kreisen und deren wechselseitige Bezüge offenbaren. Angesichts des erstarrten, plötzlich eruptierenden Magmas zeigt sich, wie tief der Mensch verwoben ist in die komplexen Zusammenhänge elementarer Prozesse, die er im Zuge der wissenschaftlich-technologischen Entwicklung eigenmächtig seinen Zwecken unterwarf. Jochen Winter unternimmt es, das zerstörte oder vergessene Band zwischen Mensch, Natur und All abermals im Wort zu knüpfen, Zeugnis der ursprünglichen Einheit von Idee und Empfindung. Es gelingt ihm ein Gegenentwurf zu den Aporien der Moderne wie auch zu den heillosen Konsequenzen einer ins Virtuelle abgleitenden Wirklichkeit – ein leidenschaftliches Manifest für die radikale Umbesinnung.

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Weitere Informationen über Jochen Winter und sein aktuelles Buch:

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Unverhofft ergibt sich gerade eine wunderbare Salon-Reihe rund um das Thema „Dialog“: Nachdem Carlos Fraenkel uns einen Einblick in seine Erkenntnisse zur Philosophie als „Werkzeugkasten“ für gelungene Gespräche – selbst bei scheinbar unüberbrückbaren Meinungsdifferenzen – gegeben haben wird, können wir von dem Philosophen, Phil.Cologne-Gründer und WDR-Journalisten Jürgen Wiebicke erfahren, was er aus Gesprächen mit verschiedensten Menschen während einer vierwöchigen Wanderung durch Nordrhein-Westfalen über den Zustand unseres Landes gelernt hat: Im Rahmen des 67. Salons am Mittwoch, den 19. Juli 2017 wird Jürgen Wiebicke mit uns über sein Buch „Zu Fuß durch ein nervöses Land. Auf der Suche nach dem, was uns zusammenhält“ sprechen (2016 erschienen bei Kiepenheuer & Witsch):

„Immer mehr Menschen spüren ein zunehmendes Unbehagen daran, dass an unserem derzeitigen individualistischen Lebensstil etwas grundsätzlich faul ist. Aber wie er zu ändern wäre, ist immer noch äußerst unklar. Gegen diese Lähmung im Denken und Handeln ist das Wandern seit jeher eine großartige Therapie. Daher ist Jürgen Wiebicke im Sommer vorletzten Jahres einfach losgelaufen, um etwas über den Zustand unserer Gesellschaft zu erfahren, über den Krisenmodus, in dem wir stecken – und um Menschen zu begegnen, die ganz konkret neue Formen des politischen Engagements erproben. Er traf Künstler, Millionäre und Sportler, sprach mit Leitern von Jugendhilfezentren und Flüchtlingsheimen, besuchte unter anderem ein Schützenfest, Yoga-Sitzungen im Klostergarten und einen Schlachthof. Er stellte fest: Nicht nur angesichts der Flüchtlinge wächst die Bereitschaft, sich um mehr als um den eigenen Vorgarten zu kümmern und sich für ein gelingendes Gemeinwesen einzusetzen.“

Weitere Informationen über Jürgen Wiebicke und sein aktuelles Buch:

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Es ergibt sich eine wunderbare Gelegenheit, an unseren Salon mit Anka Vollmann zum Thema „Dialog als Haltung“ anzuknüpfen und auch den Bogen zu Shahid Alams Kalligraphie-Ausstellung zu schlagen, die den interreligiösen Dialog zum Thema macht: Der Philosoph Carlos Fraenkel wird mit uns im Rahmen unseres 66. Salons am 17. Juli 2017 über sein Buch „Mit Platon in Palästina. Vom Nutzen der Philosophie in einer zerrissenen Welt“ sprechen (2016 bei Hanser erschienen):

Carlos Fraenkel ist den beiden zentralen Fragen nachgegangen, ob Philosophie – außerhalb des akademischen Betriebs praktiziert – nützlich sein kann. Und ob Konflikte, denen unterschiedliche (kulturelle, religiöse etc.) Überzeugungen zugrunde liegen, mit Hilfe der Philosophie in eine „Debattenkultur“ übersetzt werden können. Dazu hat er in Konfliktfeldern Philosophie-Workshops durchgeführt, z.B. an der Universität in Ost-Jerusalem, mit chassidischen Juden in New York, die sich innerlich vom Glauben losgesagt hatten, und mit Schülern in Salvador de Bahia, dem kulturellen Zentrum der afrobrasilianischen Kultur.

Sein Fazit aus diesen Erfahrungen ist, dass man mit Hilfe der Philosophie in Konfliktfällen Fragen klarer formulieren und Antworten besser prüfen kann und auch große Differenzen in Meinungen und Überzeugungen zum Ausgangspunkt einer konstruktiven Debattenkultur machen kann. Mit Hilfe der Philosophie ist es möglich, eigene Überzeugungen und Wertvorstellungen zu hinterfragen, um gemeinsam nach der Wahrheit zu suchen, statt anderen die eigene Meinung aufzwingen zu wollen oder sich in einer „Multikulti-Gleichgültigkeit“ einzurichten.

Weitere Informationen über Carlos Fraenkel und sein aktuelles Buch:

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Unsere Reihe zu der Fragestellung, wie wir zukünftig leben wollen vor dem Hintergrund von Globalisierung, Digitalisierung und weiterer Faktoren werden wir auch im neuen Jahr fortsetzen. Im Rahmen des 60. Salons am 30. Januar 2017 haben wir die Gelegenheit, den Fokus dieser Fragestellung auch auf andere Spezies zu erweitern und mit der Philosophin Dr. Friederike Schmitz über „Tierethik“ zu diskutieren.

Friederike Schmitz hat in theoretischer Philosophie promoviert und einen Sammelband zum Thema „Tierethik“ herausgegeben, der 2014 im Suhrkamp Verlag erschienen ist und wichtige Positionen der neueren tierethischen Debatte – teilweise erstmals in deutscher Sprache – versammelt, z.B. von Martha Nussbaum, Christine Korsgaard und Peter Singer.

Im Kern beschäftigt sich Friederike Schmitz mit der grundlegenden ethischen Frage „Sollten nicht-menschliche Tiere von Menschen unter Missachtung ihrer eigenen Interessen benutzt werden? Wieso sollten nicht-menschliche Tiere weniger Rücksicht verdienen als Menschen?“ Sie belässt es nicht bei theoretischen Fragestellungen, sondern setzt sich auch damit auseinander, wie sich das Mensch-Tier-Verhältnis praktisch – gesellschaftlich und politisch – verändern lässt.

Ich freue mich auf die Salon-Diskussion zu dieser tiefgreifenden Fragestellung!

Mehr Informationen über Friederike Schmitz:

https://friederikeschmitz.de/

http://www.suhrkamp.de/buecher/tierethik-_29682.html

http://pdf.zeit.de/2014/21/tierrechte-nutztiere-fleisch-essen.pdf

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Der Philosoph Valentin Beck wird uns seine in diesen Tagen bei Suhrkamp erschienene Dissertation „Eine Theorie der globalen Verantwortung – Was wir Menschen in extremer Armut schulden“ im Rahmen des 53. Salons am Dienstag, den 30. August 2016 vorstellen und mit uns diskutieren.

Valentin Beck setzt sich differenziert mit dem moralischen Verhältnis der Bewohner wohlhabender Länder zu Menschen in ärmeren Gesellschaften auseinander. Denn wir haben es in Zeiten der Globalisierung mit weitreichenden ökonomischen und ökologischen Wechselwirkungen zu tun, die auch normativ interpretiert werden müssen. Er wirft die drängende Frage auf, was Bürgerinnen und Bürger wohlhabender Länder extrem armen Menschen moralisch schulden. Denn auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts lebt ein großer Teil der Menschheit in bitterer Armut. Wir müssen mit Blick auf den politischen und individuellen Umgang mit der Weltarmut umdenken, so lautet die zentrale Forderung seiner Studie.

Ich freue mich sehr darauf, über dieses hochrelevante Thema mit Valentin Beck und Euch im Rahmen des 53. Salonabends sprechen zu können.

Mehr Informationen über Valentin Beck und seine Forschung:
http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we01/institut/mitarbeiter/wimi/beck/index.html
http://www.suhrkamp.de/buecher/eine_theorie_der_globalen_verantwortung-valentin_beck_29773.html

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