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Archive for the ‘Politik’ Category

Die Künstlerin und Filmemacherin Renata Keller wird uns im Rahmen des 70. Salons am Mittwoch, den 22. November 2017 ihren Film „Warum Frauen Berge besteigen sollten“ als Reise durch das Leben und Werk von Dr. Gerda Lerner zeigen und mit uns über diese außergewöhnliche Frau sprechen:

Als bahnbrechende feministische Historikerin, Autorin und soziale Reformerin ist Gerda Lerner zweifellos eine der inspirierendsten Frauenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sie emigrierte vor den Nazis in die USA, war frühzeitig in der Bürgerrechtsbewegung engagiert, schrieb 1972 die überfällige Studie „Schwarze Frauen im weißen Amerika“, im Jahr 1986 „Die Entstehung des Patriarchats“ und begründete so die Frauen-Geschichtsschreibung. Der Film wirft einen detaillierten Blick auf das persönliche, berufliche und politische Leben Gerda Lerners und geht der Frage nach: Wie kann uns das Wissen über unsere eigene Geschichte dazu inspirieren, eine bessere Zukunft zu gestalten? Ausgehend von den revolutionären Errungenschaften der Frauen im 20. Jahrhundert wirft der Film auch einen Blick in die Zukunft und geht der Frage nach: Wo stehen die Frauen heute? Und was ist der nächste Schritt?

Weitere Informationen über Renata Keller und ihren Film

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Im Rahmen unseres 68. Salons am Montag, den 31. Juli 2017 wird Van Bo Le-Mentzel, der Kurator des Bauhaus Campus Berlin, mit uns im New Work Studio auf dem Bauhaus Campus diskutieren, wie wir zukünftig arbeiten und leben wollen vor dem Hintergrund knapper werdenden Wohnraums, steigender Mieten und offener Nachhaltigkeitsfragen.

Der Bauhaus Campus Berlin ist ein künstlerisches Experiment am Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung, Berlin, das neue Wege in der Bildungs- und Baukultur gehen will: Mit Blick auf den 100. Jahrestags der Bauhaus-Gründung im Jahr 2019 entwickelte die Tinyhouse University das Projekt Bauhaus Campus Berlin.

Seit März 2017 sind auf den Außenflächen des Museums Möglichkeitsräume für demokratische Utopien entstanden. Mit so genannten “tinyhouses” – 10 qm große Raumstrukturen auf Rädern – sollen Stadtstrukturen jenseits der Standards aufgebrochen werden, temporäre Dörfer und Städtebau ohne Genehmigungsschleifen erprobt werden. Auf dem Campus wird gemeinsam studiert, gebaut und über neue und gerechtere Formen des Miteinanders geforscht. Vorbild für dieses Experiment ist das Bauhaus als schulische Institution, in der vor 100 Jahren Bildung und Bauen neu gedacht wurde.

Weitere Informationen über Van Bo Le-Mentzel und den Bauhauscampus:
http://www.hartzivmoebel.de/
http://www.bauhauscampus.berlin/
http://www.tagesschau.de/inland/wohnraum-101.html

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Unverhofft ergibt sich gerade eine wunderbare Salon-Reihe rund um das Thema „Dialog“: Nachdem Carlos Fraenkel uns einen Einblick in seine Erkenntnisse zur Philosophie als „Werkzeugkasten“ für gelungene Gespräche – selbst bei scheinbar unüberbrückbaren Meinungsdifferenzen – gegeben haben wird, können wir von dem Philosophen, Phil.Cologne-Gründer und WDR-Journalisten Jürgen Wiebicke erfahren, was er aus Gesprächen mit verschiedensten Menschen während einer vierwöchigen Wanderung durch Nordrhein-Westfalen über den Zustand unseres Landes gelernt hat: Im Rahmen des 67. Salons am Mittwoch, den 19. Juli 2017 wird Jürgen Wiebicke mit uns über sein Buch „Zu Fuß durch ein nervöses Land. Auf der Suche nach dem, was uns zusammenhält“ sprechen (2016 erschienen bei Kiepenheuer & Witsch):

„Immer mehr Menschen spüren ein zunehmendes Unbehagen daran, dass an unserem derzeitigen individualistischen Lebensstil etwas grundsätzlich faul ist. Aber wie er zu ändern wäre, ist immer noch äußerst unklar. Gegen diese Lähmung im Denken und Handeln ist das Wandern seit jeher eine großartige Therapie. Daher ist Jürgen Wiebicke im Sommer vorletzten Jahres einfach losgelaufen, um etwas über den Zustand unserer Gesellschaft zu erfahren, über den Krisenmodus, in dem wir stecken – und um Menschen zu begegnen, die ganz konkret neue Formen des politischen Engagements erproben. Er traf Künstler, Millionäre und Sportler, sprach mit Leitern von Jugendhilfezentren und Flüchtlingsheimen, besuchte unter anderem ein Schützenfest, Yoga-Sitzungen im Klostergarten und einen Schlachthof. Er stellte fest: Nicht nur angesichts der Flüchtlinge wächst die Bereitschaft, sich um mehr als um den eigenen Vorgarten zu kümmern und sich für ein gelingendes Gemeinwesen einzusetzen.“

Weitere Informationen über Jürgen Wiebicke und sein aktuelles Buch:

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Es ergibt sich eine wunderbare Gelegenheit, an unseren Salon mit Anka Vollmann zum Thema „Dialog als Haltung“ anzuknüpfen und auch den Bogen zu Shahid Alams Kalligraphie-Ausstellung zu schlagen, die den interreligiösen Dialog zum Thema macht: Der Philosoph Carlos Fraenkel wird mit uns im Rahmen unseres 66. Salons am 17. Juli 2017 über sein Buch „Mit Platon in Palästina. Vom Nutzen der Philosophie in einer zerrissenen Welt“ sprechen (2016 bei Hanser erschienen):

Carlos Fraenkel ist den beiden zentralen Fragen nachgegangen, ob Philosophie – außerhalb des akademischen Betriebs praktiziert – nützlich sein kann. Und ob Konflikte, denen unterschiedliche (kulturelle, religiöse etc.) Überzeugungen zugrunde liegen, mit Hilfe der Philosophie in eine „Debattenkultur“ übersetzt werden können. Dazu hat er in Konfliktfeldern Philosophie-Workshops durchgeführt, z.B. an der Universität in Ost-Jerusalem, mit chassidischen Juden in New York, die sich innerlich vom Glauben losgesagt hatten, und mit Schülern in Salvador de Bahia, dem kulturellen Zentrum der afrobrasilianischen Kultur.

Sein Fazit aus diesen Erfahrungen ist, dass man mit Hilfe der Philosophie in Konfliktfällen Fragen klarer formulieren und Antworten besser prüfen kann und auch große Differenzen in Meinungen und Überzeugungen zum Ausgangspunkt einer konstruktiven Debattenkultur machen kann. Mit Hilfe der Philosophie ist es möglich, eigene Überzeugungen und Wertvorstellungen zu hinterfragen, um gemeinsam nach der Wahrheit zu suchen, statt anderen die eigene Meinung aufzwingen zu wollen oder sich in einer „Multikulti-Gleichgültigkeit“ einzurichten.

Weitere Informationen über Carlos Fraenkel und sein aktuelles Buch:

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Im Rahmens unseres 65. Salons am Sonntag, den 21. Mai 2017 werden wir eine Exkursion ins Oderbruch unternehmen: Der Kunsthistoriker Jan Maruhn wird uns Einblicke in das vielseitige Leben und Wirken des deutsch-jüdischen Bankiers und Mäzens Hugo Simon (1880-1950) geben, an dessen Biografie er gerade arbeitet (das Buch in Co-Autorschaft mit Nina Senger erscheint voraussichtlich im Herbst 2017): Hugo Simon nahm als Mitglied der Ankaufkommission Einfluss auf die Erwerbungspolitik der Berliner Nationalgalerie, war Aufsichtsratsmitglied im S. Fischer Verlag und im Ullstein Verlag. Als Privatbankier führte er die Finanzgeschäfte des Kunsthändlers und Verlegers Paul Cassirer und kümmerte sich auch um die Finanzen der SPD, um nur einige seiner vielseitigen Tätigkeiten zu nennen.

In Seelow haben wir die Gelegenheit, die bisher nicht öffentlich zugänglichen „Simonschen Anlagen am Schweizerhaus“ zu besichtigen, das Hugo Simon 1919 als florierendes Ausflugslokal mit Nachbargrundstücken erwarb. Dem Zeitgeist entsprechend entwickelte er ein Mustergut mit Ausbildung für junge Leute, Wohnungen für seine Arbeiter, Züchtung neuer Pflanzensorten und Geflügelrassen. Im Zuge des Umbaus ließ Simon eine Kopie von Goethes Weimarer Gartenhaus als Gästehaus errichten sowie eine Orangerie, Wohnhäuser und ein Bienenhaus für über 50 Bienenvölker.

Die unter Denkmalschutz stehenden Anlagen von gartengeschichtlicher und künstlerischer Bedeutung werden ab Sommer 2017 umfangreich restauriert mit dem Ziel, wieder an die Zeiten anzuknüpfen, in denen das Schweizerhaus dank Hugo Simon ein wichtiges geistiges Zentrum außerhalb Berlins neben Schloss Freienwalde von Walter Rathenau, den Künstlervillen am Wannsee, dem Künstlerort Friedrichshagen u.a. war.

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Im Rahmen unseres 63. Salons am Freitag, den 7. April 2017 wird Dr. Josef Braml, einer der renommiertesten USA-Experten unserer Zeit, mit uns anhand seines aktuellen Buchs „Trumps Amerika. Auf Kosten der Freiheit“ (Quadriga, 2016) über die aktuellen politischen Entwicklungen in den USA und mögliche zukünftige Rollen Deutschlands und Europas in der neuen Weltordnung diskutieren.

Josef Braml kennt die entscheidenden Kräfte im Machtgefüge amerikanischer Wirtschaft und Politik so genau wie kaum ein anderer. Als Mitarbeiter bei einem der führenden US-Think-Tanks, Consultant der Weltbank, legislativer Berater im US-Abgeordnetenhaus und Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) hat er sich durch seine Expertise auf dem Gebiet der Außen- und Sicherheitspolitik der USA und ihren sozio-ökonomischen Grundlagen großes internationales Renommee erworben.

Mit seinem Buch „Trumps Amerika. Auf Kosten der Freiheit“ – nach den US-Wahlen im November 2016 aktualisiert – liefert Josef Braml eine sehr präzise und aufschlussreiche Analyse der politischen und wirtschaftlichen Situation in den USA und damit eine hervorragende Grundlage für unsere Salon-Diskussion über die gegenwärtigen politischen Entwicklungen, der ich mit Spannung und Freude entgegensehe. Denn in Zeiten „alternativer Fakten“ ist der persönliche Austausch mit Experten in meinen Augen relevanter und schätzenswerter denn je.

Weitere Informationen über Josef Braml und sein aktuelles Buch:

 

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Louisa Bolm – Medizinerin und vielseitig interessierte Kulturvermittlerin – wird uns im Rahmen des 62. Salons am Mittwoch, den 8. März 2017 anhand zahlreicher Original-Exponate Einblicke in das hochspannende Leben und Wirken des französischen Chirurgen Paul Reclus geben:

Paul Reclus revolutionierte im 19. Jahrhundert die Chirurgie, u.a. mit der Entwicklung der Kokain-Lokalanästhesie, war darüber hinaus aber auch als Politiker engagiert und in den Dreyfus-Spionageskandal  involviert. Auch seine Brüder schrieben in ihren Disziplinen Geschichte, wie der bekannte Geograph und Anarchist Élisée Reclus.
Paul Reclus lebte im Chateau d’Orion – dem „Denkschloss“ im französischen Béarn, in das es mich jedes Jahr zu mindestens einer Denkwoche zieht.

Bis zum 14.2.2017 läuft im Info-Café Berlin-Paris des Deutsch-französischen Jugendwerks in Berlin eine von Louisa kuratierte Ausstellung über Paul Reclus. Die dort gezeigten Exponate – beispielsweise Originalbriefe von Reclus‘ Freund Gustave Eiffel, dem mutigen Heißluftballon-Fotographen Paul Nadar oder eine historische Packung der von Reclus entwickelten Pomade zu Heilzwecken – werden auch im Rahmen des Salonabends zu sehen sein.

Weitere Informationen über Paul Reclus:
www.paul-reclus-zeitgeschehen.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Reclus_(Chirurg)

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